Rinspeed zeigt den Rucksack-Smart

Zumikon (Schweiz), 18. Januar 2012 - Aberwitzige Studien vom kleinen Schweizer Unternehmen Rinspeed sind traditionell eine Besonderheit auf dem Genfer Autosalon. Dieses Jahr zeigt Firmenchef Frank Rinderknecht dort vom 8. bis 18. März den Dock+Go, einen Elektro-Smart mit einer Art Rucksack.


So wenig Ballast wie möglich

Die Idee: Ein Elektroauto sollte so leicht wie nur möglich sein - denn weniger Gewicht bedeutet mehr Reichweite. Das spricht für kleine Elektroautos wie etwa den Elektro-Smart. Für manche Einsatzzwecke ist aber mehr Raum nötig als ihn ein Smart liefern kann. Warum also nicht dem Elektrofahrzeug für solche Fahrten eine Art Rucksack mitgeben, der zu Hause gelassen werden kann, wenn er nicht benötigt wird? Die Basis des in Genf gezeigten Fahrzeugs ist ein Smart Fortwo. Doch könnte auch jeder andere elektrifizierte Stadtflitzer so ausgestattet werden, meint Rinspeed.


Verschiedene Andock-Rucksäcke

Je nach Einsatzart gibt es unterschiedliche Andock-Rucksäcke. Sie haben jeweils eine Achse, machen das Elektroauto also zum Dreiachser. Diese so genannten Packs erfüllen je nach Bedarf unterschiedliche Aufgaben. Für das Auto des Pizzalieferanten gibt es eine Warmhaltebox, für den Handwerker einen Werkzeugkasten und für die Freizeit kann man ein Camping-, Golf-, Ski-, Beach- oder Party-Pack mieten oder auch kaufen. Die Möglichkeit, zwei Zusatzsitze an den Zweisitzer anzudocken, hat Rinspeed offenbar nicht in Betracht gezogen oder verworfen.

Zusatzakkus plus Elektromotor

Für lange Strecken hat sich Rinspeed jedoch etwas einfallen lassen. Üblicherweise schaffen Elektroautos für die Stadt mit einer Ladung ja nur etwa 100 bis 200 Kilometer. Ein so genanntes Energy-Pack für das Elektroauto verlängert die Reichweite. Dabei gibt es drei Optionen. Die erste Möglichkeit besteht darin, Akkus hineinzupacken. Die so mitgeführte Zusatzenergie soll aber offenbar nicht direkt als Strom ins Elektroauto fließen, sondern mechanisch übertragen werden: "Die angedockte dritte Achse treibt die mitlaufende zweite an", so Rinspeed, "und lädt dabei den bordeigenen Akku des Stadtflitzers wieder auf." Offenbar soll die Achse des Packs also elektrisch angetrieben werden - dazu bräuchte man auch noch einen Elektromotor im Andock-Pack. Über den Rekuperationsmechanismus des E-Smarts könnte so der Akku des Elektroautos aufgeladen werden.


Brennstoffzellen oder Verbrennungsmotor

Die zweite Option für das Energy-Pack wären Brennstoffzellen zur Erzeugung elektrischer Energie. Die Frage, wo in dem kleinen Anhänger der Brennstoff dafür - in der Regel Wasserstoff in großen, schweren Druckflaschen - untergebracht werden könnte, erörtert Rinspeed nicht. Auch in diesem Fall müssten wohl eine Pufferbatterie und ein Elektromotor im Energierucksack enthalten sein. Die dritte Option wäre ein Verbrennungsmotor, der über einen Generator ebenfalls Strom liefern könnte - etwa wie beim Opel Ampera alias Chevrolet Volt. Eine ähnliche Idee hat bereits im Jahr 2009 der kleine US-Hersteller Commuter Cars vorgestellt: Sein Elektroflitzer namens Tango sollte einen richtigen Anhänger mit einem Verbrennungsmotor darin bekommen, der als Range Extender fungieren sollte. Details zur Energieübertragung blieb Commuter Cars damals allerdings schuldig. Rinspeed will zu seinem Konzept Mitte Februar 2012 noch technische Daten veröffentlichen.