Schicker Asiate

Mit der Neuauflage ihres Flaggschiffes will Mazda wieder zurück auf die Überholspur und nach dem CX-5 einen weiteren Volltreffer setzen.

\"Während der Entwicklungsphase habe ich meinen Ingenieuren aufgetragen nur Audi A4, 3er BMW oder VW Passat zu fahren\", erklärt Mazda6-Chefentwickler Hiroshi Kajiyama. Die Zielsetzung der Neuauflage des japanischen Flaggschiffes war von vornherein klar definiert: \"Die Position auf der linken Fahrspur in Deutschland muss zurückgewonnen werden. Es kann nicht sein, dass ein Mazda6 im Rückspiegel weniger imposant wirkt als ein Passat, A4 oder Dreier\", ergänzt er voller Inbrunst. Herausgekommen ist ein im Design dem Konzeptfahrzeug Takeri stark ähnelnder Mazda, der sich zumindest wegen seines äußeren Erscheinungsbilds und seinen Fahrleistungen nicht verstecken braucht.

Start ab 35.000 Euro

Für Freunde großer Kofferräume in Verbindung mit einem mehr als sportlich ausgelegten Fahrwerk drängt sich förmlich die Kombiversion des 2.2 l Skyactiv-D 129 kW i-ELOOP auf. Wie der Name bereits verrät arbeitet unter der geschwungenen Motorhaube des 4,80 Meter langen, 1,84 Meter breiten und 1,48 Meter hohen Mazda6 ein 2,2 Liter großer Dieselmotor. Seine Leistung von 129 kW / 175 PS sowie sein maximales Drehmoment von 420 Newtonmetern leitet er mit Hilfe eines Sechsgang-Schaltgetriebes ausschließlich an die Vorderachse weiter. Ein Allradantrieb soll laut Mazda folgen. Ob im kommenden oder darauffolgenden Jahr ist jedoch noch nicht spruchreif. Hybrid- oder gar völlig elektrische Versionen soll es allerdings nicht geben.

Mehr als nur spruchreif ist der Einstiegspreis für den auf 19 Zoll großen Rädern fahrenden Mazda6 2.2: 35.090 Euro dürfen sowohl für die Kombi- als auch für die Limousinenversion ab dem 19. November überwiesen werden. Dann nämlich beginnt der Vorverkauf. Auf der Straße wird der 1.495 Kilogramm schwere Japaner erst ab dem 2. Februar 2013 zu sehen sein.

Ob er sich dann tatsächlich auf der linken Spur gegen seine selbsternannten Konkurrenten durchsetzen kann bleibt abzuwarten. Denn anders als in einer Bar gehört zu einem großen Aufritt mehr als nur ein schickes Kleid. In puncto Höchstgeschwindigkeit tastet er sich zumindest an seine deutschen Vorbilder heran. 221 Kilometer pro Stunde sind auf dem klaren und aufgeräumten Tacho dann abzulesen. Die Zeit, in der sich die Tachonadel aus dem Ruhezustand bis zur 100 bewegt, beträgt 7,9 Sekunden. Wird auf beides, sprich eine Vollgasfahrt und den Ampelstart verzichtet, ist ein Spritverbrauch von 4,6 Liter auf 100 Kilometern möglich. Der CO2 Ausstoß beträgt in diesem Fall 121 Gramm pro Kilometer.

Vor dem Kauf der Neuauflage muss sich der Käufer vor allem zwischen zwei Dingen entscheiden. Viel Platz im Kofferraum oder in der zweiten Reihe. Beides geht nicht, da der Radstand beim 522 bis 1.873 Liter fassenden Kombi mit 2,75 Metern ganze acht Zentimeter geringer ist als bei der Limousine, dessen Kofferraum 489 Liter schluckt. Gleichzeitig ist die Limousine 6,5 Zentimeter länger als der Kombi. Zentimeter, die den bis zu drei Fahrgästen im Fond zugutekommen. Doch auch im Kombi lässt es sich in der zweiten Reihe angenehm sitzen, solange der Weg nicht allzu viele Schlaglöcher oder andere Unebenheiten aufweist. Die Federung des Mazda6 ist zwar im Vergleich zur aktuellen Version etwas komfortabler geworden - langstreckentauglicher Komfort ist allerdings etwas anderes.

Dass die sportliche Federung durchaus ihre Berechtigung hat, zeigt sich bei den ersten kleinen Zwischenspurts und scharf gefahrenen Kurven. Hier benimmt sich der im Bedarfsfall auch 1,6 Tonnen an den Haken nehmende Mazda äußerst gutmütig und stets kontrollierbar. Die Lenkung ist angenehm direkt und die Schaltung verzeiht auch leichte Ungenauigkeiten der rechten Hand. Für das Lenkrad bietet sich im Übrigen an, wie auch schon zuvor, sich im Vorfeld gut über die einzelnen Funktionen eines jeden der mehr als zehn Schalter zu informieren, sonst wird nicht der gewünschte Abstand zum Vordermann eingestellt, sondern der Radiosender gewechselt oder die Schwiegermutter angerufen.