Schneller Retro-Gleiter

Exklusiver kann ein Sportwagen nicht sein: Der McLaren X-1 ist ein Einzelstück, dass die britische Sportwagenschmiede für einen Auto-Enthusiasten entwickelt und in Handarbeit aufgebaut hat. Die technische Basis stammt vom McLaren MP4-12C im Design und anderen Details unterscheidet sich das Unikat aber sehr.

Irgendwo auf dieser Welt ist jemand stolz. Stolz auf sein Leben und stolz auf sein neues Automobil, von dem es nur ein einziges Exemplar gibt. Exklusiver kann ein Fahrzeug nicht sein. McLaren X-1 heißt das Objekt der Begierde, es ist 4,66 Meter lang, 2,01 Meter breit, wiegt rund 1.400 Kilogramm und hämmert 625 V8-Biturbo-PS auf die Hinterachse. In nur drei Sekunden sprintet der Supersportler aus dem Stand auf 100 km/h und erst bei rund 330 Stundenkilometer gebietet der Gegenwind dem unermüdlichen Vorwärtstrieb Einhalt.

Retro Styling

Soviel zu den Basisdaten, die schon beeindruckend genug sind. Doch wie kam es zu der automobilen Kreation der Einzigartigkeit? Vor drei Jahren kontaktierte ein Fan exklusiver Autos, der bereits einen McLaren F1, Mercedes-Benz SLR McLaren und einen McLaren MP4-12C in seiner Garage stehen hatte, McLaren-Chef Ron Dennis und äußerte den Wunsch ein maßgeschneidertes Einzel-Exemplar, nach seinen Wünschen zu bekommen. Geld? Spielt keine Rolle.

Gesagt, getan. Schnell machte der Autonarr klar, dass sein zukünftiges Schmuckstück zwar die Technik und die Fahrleistungen des McLaren MP4-12C haben sollte, aber ein zeitloses Erscheinungsbild. Automobile Vorbilder waren Klassiker, wie der 1961er Facel Vega, der 1953er Chrysler D\\\'Elegance Ghia, der 1959er Buick Electra, der 1939er Mercedes-Benz 540K und ein 1971er Citroën SM. Doch auch andere Klassiker des Designs sollten sich in der Formensprache wiederfinden. Darunter ein Thomas-Mann-Montblanc-Füller, eine Jaeger-LeCoultre-Art-Deco-Uhr, eine Schwarz-weiß-Photographie von Audrey Hepburn und eine Aubergine. \"Die glänzende Textur der Oberfläche der Frucht gefiel dem Auftraggeber\", erzählt Frank Stephenson, Design Direktor bei McLaren Special Operations (MSO).

Verdeckte Hinterreifen

Der Design-Wettbewerb wurde öffentlich ausgeschrieben, doch letztendlich bekam mit Hong Yeo ein McLaren-Designer der Zuschlag. Die Umsetzung der Wünsche dauerte 18 Monate. Zahllose Entwürfe wurden diskutiert und wieder verworfen. Auffällig ist vor allem das Heck. Mit den weit ausladenden Kotflügeln, die einem Ponton ähneln, verleiht es der 1,20 Meter hohen klavierlackglänzenden Flunder eine besondere Note. Ebenso wie die sehr breite Schulterlienie \"Das Auto scheint zu gleiten, wenn es fährt\", erklärt Hong Yeo. Die Retro-Optik war die größter Herausforderung. Schließlich ist sie Ausdruck eines Heckantriebler mit Front-Motor, während die technische Basis des X-1 eine Mittelmotor-Anordnung ist.

Ein weiteres Highlight sind die verdeckten Hinterreifen. Sie sind Retro pur und erinnern an die Studien der 50er Jahre. \"Die wollte der Kunde unbedingt so haben, um der zeitlosen Eleganz Ausdruck zu verleihen\", erklärt Stephenson. Nur, irgendwann müssen ja die Hinterreifen auch gewechselt werden. Vor allem wenn 600 Newtonmeter Drehmoment auf sie einprügeln. Also kann man die Carbon Platten mit Hilfe von Scharnieren wegklappen. Doch bei einem Supersportwagen und dazu noch einem Unikat ist kein Raum für Fehler. \"Die Scharniere sind einfach großartig\", freut sich Stephenson.