Schwerer Sportzwerg

Der Mini John Cooper Works Countryman bietet einen automobilen Kompromiss für die junge, sportliche Familie.

Mit viel Platz, noch mehr Kraft und der einen oder anderen Neuigkeit rollt der Mini John Cooper Works Countryman heran. Der für einen Mini auch in der sportlichen Variante auffällig groß gewachsene Allradler verfügt nun mit 160 kW / 218 PS über zusätzliche 25 kW /34 PS. Die Kraft bezieht er jedoch nicht aus einem bereits bekannten Aggregat, sondern aus dem ganz neu entwickelten 1,6 Liter großen Vierzylinder-Benzinmotor. Dank der Sportauspuffanlage lässt sich diese neue Sportlichkeit nicht nur erfahren, sondern auch erhören. Allerdings muss dafür entweder mit der Sechsgang-Automatik oder dem Sechsgang-Handschalter die Nadel des Drehzahlmessers ordentlich gen roten Bereich getrieben werden, sonst tut sich da nicht allzu viel. Sein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern liegt von 1.900 bis 5.000 Touren an.

7,4 Liter Verbrauch

Der als Vier- oder Fünfsitzer erhältliche Mini John Cooper Works Countryman ist 4,13 Meter lang, 1,79 Meter breit und 1,55 Meter hoch. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe sind großgewachsene Insassen willkommen. Der Kofferraum fasst bei Vollbesetzung 350 Liter. Durch das Umklappen der Rückbank lässt er sich auf bis zu 1.170 Liter erweitern. Womit auch der neue, sportlichere Motor mächtig zu kämpfen hat ist sein Leergewicht von knapp 1,5 Tonnen. Die 100 Kilometer pro Stunde-Sprintzeit liegt bei glatt sieben Sekunden und die Beschleunigung endet erst bei Tempo 225. Die Preisliste startet hingegen bei 34.800 Euro.

Für einen stets guten Grip sorgen die 18, auf Wunsch auch als 19 Zoll erhältlichen Sportreifen. Der Viertürer, der in seiner Serienausstattung mit einer Klimaanlage aufwartet, läutet gleichzeitig eine neue Ära bei Mini ein. Denn die Fensterheber-Schalter befinden sich ab sofort nicht mehr in der Mittelkonsole, sondern dort, wo sie auch ein Mini-Laie zu allererst suchen würde, nämlich in der Tür. Bei nicht ganz intuitiver, also keiner John Cooper Works angemessen sportlichen Fahrweise, müssen an der Tankstelle nach 100 Kilometern 7,4 Liter in den 47 Liter Benzin fassenden Tank nachgefüllt werden - zumindest beim Handschalter. Der Automat gönnt sich einen halben Liter mehr. Der CO2-Ausstoß liegt somit bei 172 beziehungsweise 184 Gramm pro Kilometer.

Schaltfaulheit wird nicht unterstützt

Von außen ist der neue Mini an seiner Bremsanlage mit roten Bremssätteln, einer Tieferlegung um 10 Millimeter, einem Aerodynamik Kit und den beiden John Cooper Works-Logos in der Front und auf dem Heckdeckel zu erkennen. Der Innenraum lässt sich optional mit Leder-Sportsitzen und den auch für den Mini Countryman erhältlichen Sonderausstattungen aufwerten. Serienmäßig ist der Sport-Knopf an Bord. Versteckt hinter dem Schalthebel liegend beeinflusst er das Ansprechverhalten und die Soundcharakteristik des Motors sowie die Kennlinie der Lenkkraftunterstützung. Im ersten Moment nach dem Drücken des Schalters fühlt sich die Lenkung spürbar schwerer an und die Gasannahme ist direkter. Die Schaltpunktanzeige versucht indes zu jedem Zeitpunkt mit einem Gangvorschlag den Fahrer vom verbrauchsarmen Fahren zu überzeugen. Pech nur, dass die Augen des Fahrers, wenn sie nicht gerade auf die Straße gerichtet sind, auf die Mittelkonsole schielen, denn dort befindet sich Mini typisch das überdimensionale Tachoblatt.

Wer auf freien Landstraßen die Kurvenhatz beginnt sollte beim Mini John Cooper Works Countryman nicht zur schaltfaulen Gesellschaft gehören. Denn ein sattes aus Kurven Herausbeschleunigen ist vornehmlich erst im hohen Drehzahlbereich möglich - sein sattes Übergewicht macht ihm deutlich zu schaffen. Wenn er aber erst einmal in Fahrt ist, wie zum Beispiel auf der Autobahn, dann treibt ihn sein neuer Motor äußerst flott in Richtung Höchstgeschwindigkeit, die sowohl im fünften als auch im sechsten Gang erreichbar ist.