Traktionsfreudige Heckschleuder

Porsche garniert seinen neuen 911er mit der modernsten Variante des Allradantriebs \"Porsche Tractions Management\" (PTM) und speckt dabei bis zu 65 Kilogramm ab. Herausgekommen ist ein Plus an Agilität.

Das Heck verrät dem Porsche-Kenner auch ohne Typenbezeichnung die Antriebsart. Ist das Hinterteil eines 911er ausladender, handelt es sich um ein Allradmodell. Das ist auch bei der neuesten 991-Baureihe so. Jeweils 2,2 Zentimeter sind die Radhäuser breiter. Damit die Hinterreifen diesen Platz auch optisch ansprechend ausfüllen, sind auch sie einen Zentimeter dicker. Garniert wird das Ganze mit einem roten LED-Leuchtband zwischen den Rücklichtern.

Weniger Gewicht

Soviel zu den äußerlichen Merkmalen, die manchen Porsche-Fan dazu verleiten sich einen Carrera 4 oder 4S zu kaufen, obwohl er den Allradantrieb gar nicht benötigt. Die Technik ist aus dem Vorgängermodell bekannt: Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung verteilt die Kraft zwischen Vorder- und Hinterräder. Im Normalfall wirken 100 Prozent auf die Hinterachse, die bei Bedarf auf die Vorderräder umgeleitet werden können. Ein automatisches Bremsdifferential verteilt dann das Drehmoment auf die einzelnen Räder und die Antischlupfregelung sorgt für die nötige Traktion.

Wer genau wissen will, wie sich der Kraftfluss gerade abspielt, kann sich diesen in im Kombi-Instrument anzeigen lassen. Allerdings hat man bei einer schnellen Runde wohl kaum die Zeit, sich an diesem Gimmick zu erfreuen. Zumal auch die allradgetriebenen Modelle von 65 Kilogramm weniger Gewicht profitieren und damit dynamischer als der ohnehin schon agile Vorgänger. Die Fahrleistungen sind dementsprechend: Das 350-PS-starke-Carrera 4 Coupé sprintet in 4,5 Sekunden von null auf hundert und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 285 Stundenkilometer. Die S-Variante hat 50 PS mehr und ist 0,4 Sekunden beziehungsweise 14 km/h schneller. Der Verbrauch liegt bei 8,6 l/100 km (Carrera 4) und 9,1/100 km.

Ab Jahresende erhältlich

Wer so schnell unterwegs ist, braucht auch ein Plus an Sicherheit. Porsche erweitert mit der Einführung des Allradvarianten auch den Tempomaten \"Porsche Active Cruise Control\" um die Sicherheitsfunktion \"Porsche Active Safe\". Allerdings nur bei Modellen mit Doppelkupplungsgetriebe. Registriert die Sensorik einen drohenden Auffahrunfall, warnt ein optisches und akustisches Signal den Fahrer. Außerdem wird der Bremsdruck erhöht und ein leichter Bremseingriff initiiert.

Die 911er-Allradfans müssen sich allerdings bis zum Jahresende gedulden. Dann gibt es als auch die Möglichkeit für das Coupé ein Glasschiebedach zu ordern. Bei den Handschaltungsgetrieben wird im Sport-Plus-Modus beim Zurückschalten automatisch Zwischengas gegeben, sofern man das Sportchrono-Paket an Bord hat. Das 911 Carrera 4 Coupé kostet 97.557 und das Cabrio 110.290 Euro. Die 4-S-Variante beginnt als Coupé bei 112.313 Euro. Oben-ohne kostet mindestens 125.046 Euro