Zeichenübung

Der neue Lexus IS feiert seine Premiere auf der Detroit Motorshow in der kommenden Woche. Das Design ist - vorsichtig ausgedrückt - polarisierend. Besonders bei der F-Sportversion.

Der Vorwurf an Toyota und den Nobelableger Lexus ist seit Jahren immer der gleiche: die Autos sind gut, zumeist noch besser - doch das Design galt als langweilig. \"Boring\" wie es der Amerikaner gerne nennt. Doch Toyota hat das Steuer insbesondere bei Lexus längst herumgerissen. Der neue GS machte im vergangenen Jahr den Anfang. Der neue IS, der ab Frühjahr gegen BMW 3er, Audi A4 und Mercedes C-Klasse antritt, geht noch zwei Schritte weiter. Zu weit?

Mehr Komfort

Das muss jeder für sich entscheiden. Doch man kann dem neuen Lexus IS nicht vorwerfen, er wäre ein visueller Langweiler. Im Gegenteil. Die Front führt die jüngst eingeführte \"Diabolo-Linie\" mehr als konsequent fort. Und auch das Heck mit den weit nach unten gezogenen Rücklichten ist keine leichte Kost in der sportlichen Premium-Mittelklasse. An der Front scheinen die Lexus-Designer etwas viel riskiert zu haben. Besonders die neu kreierte F-Sportline nimmt die Backen visuell sehr voll. Dagegen sieht der Singleframe eines üppig motorisierten Audis aus, wie eine asiatische Grinsekatze. Der Radstand ist im Vergleich zum Vorgänger um sieben Zentimeter auf 2,80 Meter und die Länge um 7,5 Zentimeter auf 4,66 Meter gewachsen.

Deutlich stimmiger präsentiert sich der Innenraum. Die Mittelkonsole ist mächtig. Über Ihr thront der große Multifunktionsbildschirm. Das Cockpit selbst ist teilanimiert, wobei es ein zentrales Rundinstrument gibt, wo Drehzahl und Geschwindigkeit dargestellt werden. Die restlichen Informationen lassen sich links davon einblenden. Dank des längeren Radstandes gibt es nunmehr ein Komfortplus im Fond. Eine schlankere Gestaltung der Rückenlehnen von Fahrer- und Beifahrersitz trägt ein Übriges dazu bei, dass der Einstieg in den Fond erleichtert wird und den Fondpassagieren deutlich mehr Kniefreiheit zur Verfügung steht. Die Vordersitze mit deutlich mehr Seitenhalt sind bequemer als bisher.

Zentrales Modell soll der Lexus IS 300 sein. Der 2,5 Liter große Vierzylinder-Motor mit Hybridmodul steht für mehr Sportlichkeit denn je. Das Hybrid-Modul soll bei etwa 210 PS nicht viel mehr als vier Liter verbrauchen. Der Fahrer kann zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen: je nachdem, ob man sich für Eco, Normal, Sport oder Sport S (den gibt es nur beim IS 300h) entscheidet, wechselt der Tacho das Aussehen. Nähere Informationen gibt es bei der offiziellen NAIAS-Weltpremiere in Detroit.